Biography
Das Landleben ist nicht so idyllisch wie es sich manch Städter vorstellt. Die Kühe sprechen keine Fremdsprachen, nur wenige Bauern sind wirklich bio. Und die Mädels? Die sind rar. Was macht also die männliche Dorfjugend gegen die unvermeidliche Fadesse? Es wird gemunkelt, dass die Burschen in Ermangelung von Fitness-Centers Baumstämme durch die Gegend werfen. Die beiden, im Hügelland ums oberösterreichische Freistadt auf-gewachsenen Lukas Plöchl und Manuel Hoffelner, hatten eine andere Idee. Sie verwandelten sich in G-Neila und Manix, stellten sich vor einen Misthaufen und begannen zu rappen.
„Alloa bam Fraunz“ nannte sich ihre auf Mühlviertlerisch dargebrachte Version des belgischen House-Hits „Alors On Danse“. Eine Million YouTube-Klicks später war die Formation Trackshittaz geboren. Über den Umweg der großen Stadt begann eine Karriere, die tiefe Einsichten über urbanes wie rurales „Gschertsein“ kommunizierte.
So rappt Lukas Plöchl auch auf dem neuen Opus sympathisch empathisch: “Du griagst in Buam ausn Stoi, owa in Stoi ned ausn Buam”. Diese ins Ländliche übersetzte alte Ghettoweisheit, die einst auch der berühmte amerikanische Bürgerrechtler Dr. Martin Luther King im Munde führte, ist der Angelpunkt des dritten, bislang ab-wechslungsreichsten Album der Trackshittaz.
Nach dem im Februar 2011 erschienen Debüt „Oidaah pumpn muas´s“ (#1 der Albumcharts & Platinstatus) und dem leichtfüßigen Nachfolger „Prolettn feian längaah“ (#1 der Albumcharts & Goldstatus) lockt nun das Opus magnum „Zruck zu de Ruabm“ (VÖ: 10.02.2012). „Wir wollten wieder schauen, was so passiert auf dem Land und was man Lustiges daraus machen kann. Zum ersten Mal haben wir richtig Zeit gehabt, deshalb ist unser neues Album musikalisch definierter als die Vorgänger“ sagt Plöchl. „Zurück zu unserer Basis wollten wir“, ergänzt Hoffelner. Das passierte von den Themen her. Formal aber war es Zeit für einen Aufbruch. Nach zwei Arbeiten mit Echopilot entschieden sich die Trackshittaz für eine klangliche Neuausrichtung. Sehr gerne übernahm der Produzent Sam Vahdat diese Aufgabe. Er ist voll des Lobs: „Die Jungs sind sehr authentisch, offen und frech. Sie haben sich auf viele meiner Vorschläge eingelassen. Mit ihnen konnte ich wildere Sounds und heftigere Beats ausprobieren, die letztlich auch in einem kommerziellen Umfeld funktionieren sollten.“
Die Trackshittaz haben schon früher bewiesen, dass es hierzulande möglich ist Nummer 1 zu werden, ohne bei irgendeinem Sender in der Heavy Rotation zu sein. Ihre Debutsingle „Oida Taunz“ schaffte überdies das Kunststück als „Download only“ den ersten Platz in der Hitparade zu erobern und Goldstatus zu erreichen. Im Zwischenreich von Underground und Kommerz positioniert zu sein, ist mitunter nicht ganz leicht. Genau davon handelt das couragiert groovende „Stereowatschnstyle“, ein Song, der in jeder Hinsicht neue Grenzen auslotet. Musikalisch mittels kruder verzerrter Beats, lyrisch mit überraschend harscher Kritik an der heimischen Mediensituation. Kritisch ist auch der Ansatz in „Teifisgeign“, einem pfiffigen Kleinod, in dem das Musikbusiness als eine Art Vorhölle skizziert wird, in der das Feuer der 360-Grad-Deals bedrohlich züngelt.
Noch heißer sind die Trackshittaz nur noch im Partymodus. Der allgegenwärtigen, wirtschaftlichen Schwarzmalerei überdrüssig, fordern sie vehement die Party. „Weil sie eine der wenigen Möglichkeiten ist, auf laute Art abzuschalten.“ Mit ihren rustikalen Reissern „Party like a Goasbock“, „Partyindiana“ und dem potenziellen Smash-Hit „Woki mit deim Popo“ zeigen die Mühlviertler sinnenfroh, was sie meinen. Und weil sie keine Feiglinge sind, werfen sie sich mit „Woki mit deim Popo“ auch ein letztes Mal ins Entscheidungsrennen um die Teilnahme am Eurovisions Contest 2012. Die Strahlkraft dieser unglaublich kulinarischen Nummer soll die beiden nach Baku katapultieren. Nach ihrem knappen letztjährigen Ausscheiden rechnen sie sich gute Chancen aus. „Dieser Groove ist absolut massentauglich. Nicht zu hart, einfach nur geil“ sagt Plöchl. Und Hoffelner setzt nachdenklich hinzu: „Die interne Qualifikation zu schaffen, wird wohl schwieriger, als letztlich den Song-Contest zu gewinnen.“
Trotz einer gewissen Grunderwartung, verspüren die Trackshittaz keinen übermäßigen Druck zur permanenten Hiterzeugung. Sie wissen, wo Künstler ansetzen müssen, wenn sie erfolgreich sein wollen. In der Diktion von Lukas Plöchl klingt das so: „Das, was du machst, muß einfach Eier haben. Ecken und Kanten. Bei uns geht es weniger um das Hitalbum, als darum, es zu schaffen, dass uns die Musik Spaß macht. Uns geht´s nicht um die Nummer 1, uns geht´s ums geile Album.“
„Zruck zu de Ruabm“ ist mehr als bloß geil. Die Songkollektion bietet ein schillerndes Kaleidoskop von wunderbaren Soundideen und originellen Reimen. Sie lockt gleichermaßen mit Nachdenklichkeiten wie mit jugendlichem Ungestüm. Man muss kein Wahrsager sein, um zu prophezeien, dass „Zruck zu de Ruabm“ dieses unverwechselbare Duo erneut an die Spitze der Hitlisten führen wird. Es gibt ein Leben nach dem Hype. Die Trackshittaz sind gekommen, um zu bleiben.
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Trackshittaz are Lukas Plöchl aka “G-Neila” and Manuel Hoffelner aka “Manix”. Born in the upper Austrian Muehlviertel district, both band members are flagship examples of their unique genre – “tractor gangster party rap”. The duo first became known for their YouTube hit “Alloa bam Fraunz”, based on the house track “Alors on danse” and Lukas Plöchl’s participation in the ORF casting show “HELDEN VON MORGEN”.
After their debut “Oidaah pumpn muas’s” (Platinum status), which appeared early in 2011, and their following hit “Prolettn feian längaah” (Gold status), both of which reached no. 1 in the album charts, their run of success continued in February 2012 with their third album “Zruck zu de Ruabm” (Gold status). Trackshittaz goes back to its roots here, the raps centering on party and village life. They are supported on their travels by their producer Sam Vahdat, who emphasizes the authenticity of the duo and sparkles with his wild sounds and heavy beats.
After coming second at the national final of the “Eurovision Song Contest” in 2011, Trackshittaz succeeded this year in the competition for the Austrian ticket to Baku. In May, they will face the next challenge – the semi-finals of the Eurovision Song Contest. Hopefully, they’ll get not only Austria but all of Europe dancing with their boisterously youthful impetuosity and their song “Woki mit deim Popo”.